Podiumsdiskussion mit (v.l.n.r.) Jürgen Müller, Jochen Fasco, Prof. Dr. Claudia Müller, Dr. Regina Görner und Benjamin Landes. © ISS e.V. 

Die Digitalisierung durchdringt mittlerweile alle Lebensbereiche und prägt – auch im Alter – zunehmend unseren Alltag. Digitale Kompetenzen sind Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, ob bei Arztterminen, an Geld- oder Fahrkarten-
automaten, bei Behördengängen und jeglichen Online-Dienstleistungen oder im Umgang mit Medien und KI.

Gerade ältere Menschen laufen Gefahr, im digitalen Wandel abgehängt zu werden. Oftmals fehlt es ihnen an Technik, Wissen und Unterstützung. Das schwächt auch die Innovationskraft Deutschlands (EFI - Expertenkommission Forschung und Innovation 2023).

Wenngleich der Anteil Älterer an der Bevölkerung wächst, finden ihre Bedürfnisse in Digitalstrategien selten Beachtung. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland zurück: Nur 28 Prozent der 65- bis 74-Jährigen verfügen über grundlegende digitale Fähigkeiten, in Ländern wie Norwegen oder den Niederlanden sind es mehr als 55 Prozent. Das kann auch die erfolgreiche Einführung digitaler Angebote, wie die elektronische Patientenakte oder die Deutschland-ID, hemmen.

Wie kann allen älteren Menschen digitale Teilhabe ermöglicht werden – unabhängig von Einkommen, Bildung oder Vorerfahrungen? Welche Wege gibt es, sie aktiv in Entscheidungsprozesse einzubinden? Was lässt sich von anderen europäischen Ländern lernen? Und wie kann die deutsche Digitalpolitik den aktuellen und künftigen Herausforderungen einer alternden Gesellschaft wirksam begegnen? 

Diesen und weiteren Fragen widmete sich das Fachgespräch „Digitale Agenda? Wege zu einer Digitalpolitik für alle“ vom 07. November 2025 im Bundes-
ministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) in Berlin. Eingeladen hatte der Fachbeirat „Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen“ (kurz: DigiBäM). Neben Mitgliedern des für die 21. Legislaturperiode am Vortag erneut konstituierten Fachbeirats nahmen Expertinnen und Experten aus Politik, Praxis und der Zivilgesellschaft teil.

Dr. Thomas Greiner, (Unterabteilungsleiter „Berufliche Bildung und lebensbegleitendes Lernen“ im BMBFSFJ) begrüßte die Teilnehmenden des Fachgesprächs.

Eine Einführung in das Thema übernahm Dr. Rafaela Werny(Frankfurt University of Applied Sciences / Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt a.M.) mit der Vorstellung des vergleichenden Forschungsprojekts EQualCare.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden verschiedene Lösungsansätze für eine inklusive Digitalpolitik erörtert. Daran teil nahmen Jürgen Müller 
(Abteilungsleiter „Grundsatz und Digitalisierung“ im BMBFSFJ), Jochen Fasco (Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt), Dr. Regina Görner(Vorstandsvorsitzende der BAGSO) sowie Prof. Dr. Claudia Müller (Universität Siegen / Sprecherin des Fachbeirats DigiBäM).

Durch die Veranstaltung führte Benjamin Landes (Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V.) als Moderator.
 

Nähere Informationen zum Fachgespräch finden Sie unter nachfolgenden Links: